EnergieEffizienz in Gewerbe und Produktion

Produktionsanlagen ressourceneffizienter betreiben – am Beispiel Karosseriebau

Case Study „Energie-SPS“
Die Integration erzeugter Energie aus regenerativen Quellen in das Versorgungsnetz erfordert die Kommunikation von Erzeuger und Abnehmern. Die Bedeutung des integrierten Lastmanagements wächst, um durch automatisierte Ausregelung von Bedarf und Angebot die Netz- und Versorgungssicherheit sicherzustellen. Gemäß den Anforderungen von Betreibern an eine moderne Energieautomatisierung entwickelt Phoenix Contact Lösungen, die die Automatisierung und das Energiemanagement integrieren.

Roland Bent, Geschäftsführer Phoenix Contact

Der Nutzen einer Energieautomatisierung zeigt sich in dem reduzierten Energieeinsatz von Maschinen und Anlagen während der Produktionspausen. Grundvoraussetzung für einen Lösungsansatz der Energieautomatisierung ist die Erfassung und Analyse des Medien- und Energieeinsatzes der installierten Komponenten in den Zeiträumen „Produktion“ und „Produktionspause“. Durch ein bedarfsgerechtes Deaktivieren von Anlagenteilen ist damit während der Pausen eine Senkung des Energieeinsatzes möglich, ohne dass die Produktivität sinkt. Diese erweiterte Funktion der Anlagenautomatisierung ist in der Energie-SPS implementiert, die Phoenix Contact entwickelt hat. Wesentliche Grundlagen für die Entwicklung der Energie-SPS wurden im Rahmen der Innovationsallianz „Green Carbody Technologies“ erarbeitet, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ gefördert wurde. Dieses Forschungsprojekt wird vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Hier war es möglich, an einer aktiven Karosseriebau-Linie detailliert den Einsatz von Medien und elektrischer Energie zu erfassen und damit die Grundlagen für die Lösung für ein innovatives Energiemanagement zu schaffen. Durch die Analyse der erfassten Daten war die Identifikation wiederkehrender Zyklen möglich. Des Weiteren konnten detaillierte Aussagen über den Energie- und Ressourceneinsatz aller am Prozess beteiligten Komponenten getroffen werden. Mithilfe von Simulations- und Planungswerkzeugen konnten Einsparpotenziale während der Produktion und in den Pausen identifiziert sowie bewertet werden. Die Analyse der Messdaten ermöglichte die Beschreibung eines allgemeingültigen Zustandsmodells für Anlagen und Komponenten, was die Voraussetzung für die Entwicklung des Energiemanagement-Systems von Phoenix Contact bot. Die Energie-SPS stellt den Kern des konfigurierbaren Energiemanagement-Systems dar. Sie erhält über eine standardisierte Schnittstelle von einem überlagerten Leitsystem Informationen über geplante Produktionszeiten und -pausen und ermittelt analog der Länge der geplanten Pause die optimale Schaltstrategie. Die Funktionsweise und Parameter der installierten Anlagenkomponenten werden steuerungstechnisch angepasst und in der produktionsfreien Zeit in die energetisch günstigen Zustände „Betriebsbereit“ oder „Aus“ geschaltet. Die Energie-SPS integriert alle relevanten Infrastrukturen der Medienversorgung sowie der Halle. Durch diese umfassende Betrachtung kann der Energieeinsatz um bis zu 15 % gesenkt werden.

Kontaktdaten/Unternehmen:
Phoenix Contact GmbH & Co. KG
Flachsmarktstraße 8
32825 Blomberg
www.phoenixcontact.de


Ansprechpartner:
Angela Josephs
ajosephs@phoenixcontact.com


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