Forschung, Beratung, Dienstleistungen für die Energiewende

Interdisziplinäre Forschung für zukunftsfähigen und stabilen Netzbetrieb

Forschungsverbund „Smart Nord“, Niedersachsen
Das künftige Stromversorgungssystem wird durch eine Vielzahl dezentraler Erzeuger und Speicher auf der Ebene der Verteilungsnetze geprägt. Neben der bilanziellen Koordination müssen diese Anlagen in Zukunft auch verstärkt Aufgaben zur Frequenz- und Spannungshaltung übernehmen, die heute von konventionellen Kraftwerken erbracht werden. Zu diesen Herausforderungen werden im interdisziplinären Forschungsverbund Smart Nord Verfahren entwickelt und im Hinblick auf einen stabilen Netzbetrieb bewertet.

„Smart Nord – Intelligente Netze Norddeutschland“ ist ein vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderter, interdisziplinärer Forschungsverbund, in dem vier Universitäten und drei Forschungsinstitute zusammenwirken. Ziel ist, die Erstellung von Beiträgen zur koordinierten, dezentralen Bereitstellung von Wirkleistung, Regelleistung und Blindleistung in den Verteilnetzen. Hierzu ist die Konzipierung einer sämtliche Komponenten einbeziehenden IKT-Infrastruktur erforderlich, in der eine agentenbasierte, selbstorganisierte Steuerung, Security-Aspekte und die Interoperabilität der Komponenten eine Rolle spielen. Besonderes Augenmerk liegt auf der dynamischen Aggregation von dezentralen Verbrauchern, Erzeugern und Speichern zum fahrplanbasierten Angebot von Wirkleistung sowie von Systemdienstleistungen. Das Netz selber wird im Hinblick auf seine Stabilität bei solchen neuen Betriebsweisen untersucht. Dies erfolgt sowohl für das europäische Verbundnetz als auch für den möglichen Betrieb von MicroGrids. Zudem erfolgt exemplarisch eine räumliche Potenzialabschätzung für regenerative Energieanlagen.

Smart Nord gliedert sich in sechs Teilprojekte:

1. Wirkleistungsbereitstellung in Verteilnetzen durch dezentrale, dynamisch gebildete Anlagenverbünde

2. Methoden für eine garantierte Bereitstellung netzstützender Systemdienstleistungen in Echtzeit und auf Basis dezentraler, prognoseunsicherer Erzeuger

3. Entwicklung eines integrierten Energiemarktes für den Handel von Wirkleistung und Systemdienstleistungen

4. Untersuchung des Potenzials dezentraler Erzeugungsanlagen innerhalb der Verteilnetze für Kraftwerksaufgaben im Gesamtsystem

5. Systemtheorie und Optimierung für Umrichter-dominierte Verteilnetze unter Einbezug stochastischer Erzeuger und Verbraucher

6. Methoden zur räumlichen Potenzialabschätzung für erneuerbare Energien und deren Auswirkungen auf Landschaftsfunktionen und Ökosystemdienstleistungen

Kontaktdaten/Unternehmen:
Universität Oldenburg & OFFIS Institut für Informatik
Koordination
Uhlhornsweg 84
26111 Oldenburg
info@smartnord.de
www.smartnord.de


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Sonnenschein
(Sprecher des Forschungsverbundes)