EnergieEffizienz in Gewerbe und Produktion

Intelligente und nachhaltige Energielösungen für Häfen

EU-Forschungsprojekt e-harbours
Häfen sind enorme Energieverbraucher. Gleichzeitig bieten sie ein ideales Umfeld für intelligente, nachhaltige Energielösungen: Im EU-Projekt e-harbours untersucht die HAW Hamburg, wie sich große Stromverbraucher wie Industriebetriebe und Terminals der schwankenden Produktion aus Wind und Sonne anpassen können. Damit helfen sie nicht nur dem Stromnetz, sondern können ihrerseits von den Herausforderungen der Energiewende profitieren.

Flexible Verbraucher in Hafengebieten können dazu beitragen, mehr Strom aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz zu integrieren

Partner aus der gesamten Nordseeregion sind an dem EU-Interreg-Projekt beteiligt – und verfolgen dabei ganz unterschiedliche Ansätze, den Energieeinsatz in Häfen nachhaltiger zu gestalten

Häfen bilden nicht nur das Rückgrat der globalen Warenströme, sie sind auch enorme Energieverbraucher. Welche innovativen Konzepte können dazu beitragen, den Energieeinsatz in Hafengebieten nachhaltiger zu gestalten? Das ist das Thema des EU-Projekts e-harbours mit Partnern aus verschiedenen Ländern der EU-Nordseeregion. Diese verfolgen dabei ganz unterschiedliche Ansätze: von lokal genutzter Windkraft in Antwerpen über elektrische Ausflugsboote in Amsterdam bis zu Energiekonzepten für die Fischereihäfen der Shetland-Inseln. Im Hamburger Hafen untersucht das Center for Demand Side Integration (C4DSI) der HAW Hamburg Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Energieverbrauchs: Hintergrund ist der steigende Anteil von fluktuierenden erneuerbaren Energien in Deutschland, der das Stromnetz vor große Herausforderungen stellen wird. Teil der Lösung könnte sein, den Stromverbrauch großer Abnehmer an die Erzeugung anzupassen und einen Teil der Last zeitlich zu verschieben. Über verschiedene Geschäftsmodelle können davon auch die Abnehmer profitieren. Hafengebiete bieten dafür ein ideales Umfeld: Sie beherbergen typische, oft energieintensive Industrien und Gewerbe und liegen nahe den Windkrafthochburgen der Küstengebiete. Im Projekt werden reale Objekte im Hamburger Hafen untersucht und im Modell nachgebildet, darunter Tiefkühllager, Industrieanlagen und ein Container-Terminal. Anhand der in Simulationen ermittelten Flexibilität lassen sich mögliche Erlöse berechnen, etwa bei Teilnahme an den Regelenergiemärkten. Diese Erlöse sind für die Unternehmen allerdings oft noch zu gering, um den Aufwand zu rechtfertigen. Professionelle Vermarkter könnten einspringen, werden aber durch die bestehenden Strukturen im Energiemarkt ausgebremst. Projektziel ist es deshalb auch, diese Hindernisse herauszuarbeiten und mit verschiedenen Stakeholdern Lösungswege dafür zu erarbeiten – damit Häfen letztlich zu Gewinnern der Energiewende werden.

Kontaktdaten/Unternehmen:
HAW Hamburg
Center for Demand Side Integration (C4DSI)
Alexanderstraße 1
20099 Hamburg
www.haw-hamburg.de/c4dsi


Ansprechpartner:
Hans Schäfers
hans.schaefers@haw-hamburg.de


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