Die Energiewende geht alle an!

Am 11. März 2011 ahnte niemand, welche Folgen die fürchterliche Katastrophe in Japan für die Energiepolitik auch in Deutschland haben würde. Keiner konnte sich die weitreichenden Entscheidungen ausmalen, die die Bundesregierung wenige Zeit später treffen würde. Damit läutete sie die Energiewende ein, von der wir heute sprechen. Leider fehlt es diesem Wendeprozess bisher an richtungsweisenden Impulsen und für die Wirtschaft verlässlichen Rahmenbedingungen. Inzwischen ergreifen immer mehr „Akteure“, die von diesem Wendeprozess betroffen sind, selbst die Initiative und versuchen, gemeinsam eine Übereinkunft herzustellen und probate Lösungen zu finden.

DAS E-HAUS DES ZVEH AUF DER LIGHT+BUILDING IN FRANKFURT, WELTLEITMESSE FÜR GEBÄUDETECHNIK

DAS E-HAUS DES ZVEH AUF DER LIGHT+BUILDING IN FRANKFURT, WELTLEITMESSE FÜR GEBÄUDETECHNIK

INGOLF JAKOBI, ZVEH-HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER

Die E-Handwerke
Den elektro- und informationstechnischen Handwerken mit den drei Berufsgruppen Elektrotechniker, Informationstechniker und Elektromaschinenbauer gehören in Deutschland 73.765 Betriebe mit 462.291 Beschäftigten, davon 38.831 Auszubildende, an. Der Jahresumsatz der Branche lag im Jahr 2012 bei über 60 Milliarden Euro. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) vertritt die Interessen von zwölf Landesverbanden mit ihren rund 340 Innungen.

Aktuell beschäftigen sich die Unternehmen der E-Handwerke u. a. mit folgenden Trends und Entwicklungen:

  • Energieeffizienz
  • Energiemanagement, Energieberatung
  • Dezentrale Energieversorgung, zum Beispiel mit PV-Anlagen, Kleinwindanlagen, Kraft-Wärme-Kopplung
  • Eigenverbrauch, unterstützt von Speichern
  • Heim- und Gebäudevernetzung, Intelligentes Haus
  • Multifunktionales Wohnen – technikgestütztes Wohnen im Alter
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Beleuchtung mit LED
  • Multimedia

„Heidelberger Positionen zur Energiewende“
Die Energiewende und ihre „Machbarkeit“ standen im Mittelpunkt des von der Fachwelt sehr beachteten Symposiums „Die
E-Branche im Zeichen der Energiewende“, das der ZVEH im Herbst 2012 in Heidelberg gemeinsam mit ABB durchführte. Zum Ende haben sich die Marktpartner aus Industrie, Großhandel und Handwerk auf die sogenannten „Heidelberger Positionen zur Energiewende“ geeinigt.

In dem Vier-Punkte-Papier legten sie fest, die Ziele der Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen:

  1. Der Paradigmenwechsel hin zur dezentralen Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen muss beschleunigt werden.
  2. Die intelligente Vernetzung von Gebäuden ist ein wichtiger Baustein, um die Energieeffizienz voranzutreiben.
  3. Nur wenn alle Partner der E-Branche ihre Stärken bündeln und Standards schaffen, wird es gelingen, breite Akzeptanz für eine vernetzte Gebäudeinfrastruktur zu bekommen.
  4. Die Branchenpartner rucken die Fort- und Weiterentwicklung von Qualifikationsmaßnahmen und von weiteren energieeffizienten Produkten und Systemen in den Mittelpunkt und wollen gemeinsam für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz werben.

87 % der Bevölkerung vertrauen dem Handwerk
Gerade beim letzten Punkt ist die Industrie gut beraten, wenn sie sich mit dem Handwerk kurzschließt. Denn laut dem jüngsten „Global Trust Report“ der Gesellschaft für Konsumforschung vertrauen die Deutschen von allen Wirtschaftsbranchen am meisten dem Handwerk. 87 % sprechen der Wirtschaftsgruppe Handwerk im Branchenvergleich ihr Vertrauen aus. Die Energieversorger dagegen rangieren an achter Stelle und erscheinen nur 51 % der Verbraucher vertrauenswürdig.

Schlüsseltechnologien stärken
Die Energiewende kann aus Sicht der E-Handwerke nur gelingen, wenn die Schlüsseltechnologien, die für die Energiewende nötig sind, gestärkt werden. Es fehlen bis heute gezielte politische Impulse

  • für die sinnvolle Nutzung regenerativer Energien durch Energiemanagement,
  • für den Eigenverbrauch und die dringend nötige Energiespeicherung und
  • für mehr Energieeffizienz.

Der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom aus regenerativen Quellen muss attraktiv werden. Denn erst eine dezentrale Energieversorgung mit den entsprechenden Speichermöglichkeiten macht die Kunden von den Strompreisen wirklich unabhängig. Solarspeicher sind beispielsweise unerlässlich für die Versorgung von Gebäuden mit regenerativ erzeugtem Strom. Mit ihnen kann das schwankende Angebot der Sonnenenergie gleichmäßig verteilt und angepasst an den individuellen Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Der lokale Eigenverbrauch von Solarstrom lässt sich so erheblich steigern. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass dadurch die Netze entlastet werden.

E-Handwerke haben Umsetzungskompetenz
Zu den innovativen Techniken gehören auch Kleinwindkraftanlagen und immer effizientere Kraft-Wärme-Kopplungssysteme. Für diese Anlagen haben die E-Handwerke die Umsetzungskompetenz für die Energiewende. Das gilt genauso für die Elektro-Speicherheizung, die hoffentlich bald als „grüne“
Speicherheizung eine neue Blütezeit erleben wird. Denn eines ist klar: Ein Zentralschlüssel für die Energiewende heißt Energiespeicherung.

Das E-Haus der E-Handwerke
Der ZVEH demonstriert diese Aspekte anschaulich in der Sonderschau „Das EHaus“. Das 100 Quadratmeter große Modellhaus mit seinen sieben Raumen zeigt der ZVEH seit 2010 bundesweit erfolgreich auf unterschiedlichen Fach- und Endverbrauchermessen wie etwa der Light+Building in
Frankfurt, der Internationalen Handwerksmesse in München und der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Das E-Haus erklärt praxisnah, was heute technisch in einem Gebäude möglich ist und welcher Nutzen sich für den Kunden ergibt. Die Themenschwerpunkte sind Losungen für die Energiewende: vom Energiemanagement über intelligente Gebäudesteuerung und Energiespeicherung bis hin zur Ladestation für E-Autos in der Garage. Aber auch zukunftsweisende Technik für ein multifunktionales, generationenübergreifendes Wohnen und für die Beleuchtung mit LED und OLED spielen eine große Rolle.

E-CHECK für Photovoltaikanlagen
Für das Gelingen der Energiewende muss daher auch die Photovoltaik langfristig markttauglich sein, sonst bietet sie keine echte Alternative für die Stromgewinnung. Damit besonders die vorhandenen PV-Module in Schuss bleiben, setzen sich die E-Handwerke beispielsweise mit dem neuen E-CHECK für Photovoltaikanlagen besonders dafür ein, dass in die Jahre gekommene Anlagen auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Sonne, Wind und Wetter hinterlassen ihre Spuren, der Ertrag geht zurück, Verschleiß macht sich bemerkbar. Eine schadhafte PV-Anlage kann zur Gefahr für Menschen, Tiere und die Umgebung werden. Durch den neuen E-CHECK PV sollen Mangel an PV-Anlagen frühzeitig erkannt und behoben werden. Den E-CHECK PV werden ausschließlich Innungsbetriebe der E-Handwerke anbieten, die einen entsprechenden Lehrgang gemacht haben. Der E-CHECK PV ist darüber hinaus die sinnvolle Ergänzung des Photovoltaik-Anlagenpasses (www.photovoltaik-anlagenpass.de), der gemeinsam von Solarindustrie und E-Handwerken herausgegeben wird. Während der PV-Anlagenpass die  Montage einer Photovoltaikanlage dokumentiert und die vorschriftsmäßige Erstmessung protokolliert, gewährleistet der E-CHECK PV die nötige Sicherheit und den einwandfrei laufenden Betrieb. Die E-Handwerke wollen damit die Qualitätsstandards bei der Errichtung und der Wartung von PV-Anlagen optimieren.

Ohne Strom läuft nichts!
Fazit: Sowohl für Privathaushalte als auch für das Gewerbe muss elektrische Energie weiterhin erschwinglich sein, denn Stromanwendungen bilden das Rückgrat für das Funktionieren der heutigen Gesellschaft. Die E-Handwerke mit ihren qualifizierten Fachbetrieben bilden in der „Versorgungskette“, die für die Energiewende aufgebaut werden muss, ein wichtiges Glied: Sie sind in der Energieberatung das Gesicht zum Kunden und bringen die fachliche Kompetenz mit, wenn es darum geht, dem Verbraucher zukunftsfähige Lösungen zu bieten.

Zentralverband der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen
Handwerke (ZVEH)
Lilienthalallee 4
60487 Frankfurt am Main
Telefon: 069 247747-0
Telefax: 069 247747-19
zveh@zveh.de
www.zveh.de

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