Die Energiewende vernetzt Schlüsseltechnologien zu einem großen Zukunftsmarkt – Normen und Standards bereiten den Weg

Was macht Smart Grid, Smart Meter und Smart Home so smart? Es ist nicht eine einzige Technologie, sondern das intelligente Zusammenspiel von Hard- und Software, die Verbindung von Dienstleistungen und Produkten, die Verknüpfung von vorhandenen Techniken und Innovationen zu einem neuen komplexen System. Solch ein System braucht Standards und Regeln, die die Interoperabilität sicherstellen und somit gewährleisten, dass es in seiner Gesamtheit nicht nur funktioniert, sondern gemeinsame Ziele erreicht werden. In diesem Fall sind das: eine zuverlässige, anwendungssichere, effiziente und zukunftsorientierte Energieversorgung. Außerdem gilt es, durch effiziente Geräte, nachhaltige Stromerzeugung sowie intelligente Verteilung und Speicherung von Strom zu deutlich geringeren CO2-Emissionen beizutragen und so die Klimaziele zu erreichen. Die VDE|DKE als Kompetenzzentrum für elektrotechnische Normung gestaltet die Energiewende in Deutschland mit und ermöglicht sie – gemeinsam mit den vielen kleinen und großen Unternehmen und Forschungsinstituten. Alle Beteiligten bringen ihre ganze Innovationskraft ein, um diese gesellschaftliche Herausforderung zu stemmen. Die VDE|DKE-Initiative „Energiewende 180°“ dokumentiert im gedruckten Kompendium und auf diesem Webportal in eindrucksvoller Weise die Vielfalt der Energie-Ideen made in Germany. Die Aktion ist gleichzeitig Bestandsaufnahme und Ansporn, auch weiterhin die Energiezukunft Deutschlands gemeinsam zu gestalten. Die VDE|DKE und ihre Technischen Experten werden diesen Prozess aktiv begleiten – als Plattform für den Dialog aller interessierten Kreise, als Wissens- und Kompetenzzentrum in allen Fragen der elektrotechnischen Normung und Standardisierung und mit Engagement für eine Energiewende, die der gesamten Gesellschaft, der Umwelt und der Wirtschaft nachhaltig von Nutzen sein wird.

Michael Teigeler, Geschäftsführer der DKE Dr. Bernhard Thies, Sprecher der Geschäftsführung der DKE

Chancen statt Kosten sehen
Ohne Zweifel ist die Wende der deutschen Energiepolitik eine der größten technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahre. Allerdings ist sie auch ein Innovationstreiber für den Standort Deutschland. Die aktuellen Diskussionen zur Energiewende drehen sich vor allem um die Kosten für deutsche Unternehmen und die Sorge um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Sicher ist dies ein wichtiger Aspekt, allerdings darf man die Energiewende-Diskussion nicht allein auf diesen Punkt verengen. Denn es ist unstrittig, dass sich für den deutschen Technologiestandort auch viele Chancen und neue Markte öffnen. Projekte wie der Bau großer Windparks zur nachhaltigen Energieerzeugung, die Entwicklung einer intelligenten Netzinfrastruktur im Smart Grid sowie die Verbesserung von Energieeffizienz bei Gebäuden, IT-Strukturen, Beleuchtungskonzepten und Haushaltsgeraten und auch die Elektromobilität, bekommen eine neue Dynamik. So erfordert die deutsche Energiewende eine nie dagewesene Verknüpfung von bisher getrennt agierenden Schlusselbranchen. Denn gerade die Vernetzung über Branchen wie Energieerzeuger, Immobilienwirtschaft, Elektrotechnik, Informationstechnologie und Automobilindustrie hinweg birgt ein gewaltiges Wertschöpfungspotenzial. Technologische Innovationen, ebenso wie der gewonnene Wissensvorsprung, können zum neuen Exportschlager „Made in Germany“ werden. Viele Unternehmen haben dies bereits heute erkannt und ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auf diesem Gebiet seit Jahren ausgebaut. Hier entsteht ein Markt, der von Experten auf bis zu 540 Milliarden Euro geschätzt wird. Damit bieten sich Chancen für neue Start-ups ebenso wie für das Wachstum etablierter Unternehmen. Gerade auch die hier vorgestellten Projekte und Initiativen zeigen, dass viele Ideen schon zur Marktreife gelangt sind und die deutsche Wirtschaft durch die rasante Entwicklung der Energiewende angespornt ist, die Technologieführerschaft in diesem Segment zu behaupten und auszubauen.

Die Energiewende ist nichts für Einzelkämpfer
Es ist der Komplexität dieses Themas geschuldet, dass Kooperation und Vernetzung der Unternehmen untereinander ein wesentlicher Erfolgsfaktor sind. Insellösungen haben in der Energieinfrastruktur der Zukunft kaum eine Chance. Das verändert auch die Innovationskultur der Unternehmen: vom Produzenten kleinster Elektronik-Komponenten bis zum Betreiber gigantischer Windparks. Nur wenn einheitliche und offene Schnittstellen definiert sind, ist hier der zügige und sichere Innovationsfortschritt gewährleistet. Dies führt geradezu zwingend zu der Notwendigkeit von gemeinsam entwickelten und definierten Normen und Standards, die den beteiligten Unternehmen die Zukunftsfähigkeit und Investitionssicherheit bieten, die für zum Teil sehr kostenintensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit notwendig ist. Nur in enger Abstimmung und durch kontinuierlichen Austausch lassen sich das Spezialwissen und die Erfahrung aus den unterschiedlichsten Branchen bündeln.

Die VDE|DKE als Dienstleister für eine gelungene Energiewende
Als gemeinnützige Organisation stellt die VDE|DKE eine einmalige Plattform für diesen Austausch zur Verfügung. Allein 2012 diskutierten mehr als 12.000 Teilnehmer aus den verschiedensten Branchen in 1.100 Sitzungen miteinander, um die Grundlagen für gemeinsame Normen und Standards zu erarbeiten. Nicht nur auf deutscher Ebene, sondern auch mit dem Ziel, ihre Ideen in Europa und weltweit zu vertreten und einzubringen. Durch die Einbindung von Interessenvertretern aus Politik, Verbraucherschutz und Umweltverbänden werden wir unserem gesellschaftlichen Auftrag gerecht und ermöglichen auch gleichzeitig den Unternehmen, frühzeitig berechtigte Interessen aller Stakeholder wahrzunehmen und zu berücksichtigen. Dies führt nicht nur zu gesteigerter Planungssicherheit, sondern zur Mitgestaltung von Lösungen, die eine breite gesellschaftliche Akzeptanz erfahren – die Grundvoraussetzung für eine gelungene Energiewende. Viele dieser Ideen sind auch in der soeben veröffentlichten zweiten Ausgabe der „Normungsroadmap E-Energy/Smart Grids 2.0“ von VDE und DKE aufgenommen worden. Diese Roadmap ist somit nicht nur ein unverzichtbares Handbuch für Unternehmen, die eine Bestandsaufnahme der aktuell diskutierten Pläne benötigen, sondern es ist auch gerade in Richtung Politik ein wertvoller Impuls, der die Anforderungen aus Wirtschaft und Forschung klar kommuniziert.

Die Energiewende wird zum Erfolg – mit Dialog, Kompetenz und Engagement
Es steht außer Frage, dass auf dem Weg zu einer gelungenen Energiewende noch viele Aufgaben gelöst werden müssen, denn es ist eine große und komplexe Herausforderung. Diese lässt sich nur gemeinsam lösen und erfordert neben Innovationen und Investitionen vor allem den beständigen Dialog aller Fachkreise. Die VDE|DKE wird auch weiterhin dazu beitragen, gemeinsam mit Ihrer Unterstützung diesen Dialog lebendig zu halten und zu fruchtbaren Ergebnissen zu führen. Die Energiewende erfordert die Bündelung von Kompetenz – aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Die VDE|DKE bietet dafür die offene Plattform, in der jeder sein Wissen einbringen kann. Gemeinsam lassen sich so zuverlässige Zukunftspläne und Roadmaps entwickeln, Anwendungen, Standards und Normen definieren und so Innovationen in reale, Nutzen und Gewinn bringende Geschäftsideen umsetzen. Dabei werden wir nie das Ziel aus den Augen verlieren: Die Energiewende muss dem Wohl von Umwelt, Verbrauchern und Wirtschaft gleichermaßen dienen. Hier die teilweise gegenläufigen Interessen zusammenzuführen – darin liegt die sprichwörtliche „Kraft der Normung“. Alle Technischen Experten, die Geschäftsführung und die Mitarbeiter der VDE|DKE-Geschäftsstelle werden sich mit vollem Engagement dafür einsetzen und ihren Beitrag dazu leisten. Zum Schluss möchten wir uns bei allen Teilnehmern und Möglichmachern dieser Initiative bedanken. Bei den Verbänden, die als Aktionspartner die Initiative mittragen, aber insbesondere bei allen Unternehmen und Forschungsinstituten, die hier ihre Ideen und Projektbeispiele zusammengetragen haben und so die Innovationskraft des Standorts Deutschland in aller Tiefe und Breite dokumentieren.

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